Falk Deucker: Interview mit unserem neuen Partner

Das macht neugierig: was inspiriert einen jungen, international erfahrenen Bauingenieur zum Schritt der Unternehmensnachfolge, d.h. Start als Büropartner? 

Und das in einer ihm wenig bekannten, eher ländlichen Region?

Für den bisherigen Alleininhaber Mathis Tröster wurde das Wunschszenario Realität: der Beratende Ingenieur für die neue Rechtsform PartG mbB, zwischen 30-40 Jahre alt, erfahrener Bauleiter und Projektmanager, Familienvater, führungserfahren und durchsetzungsstark war gefunden. 

 Das liest sich fast wie der Beginn einer Medien-Story, doch verbergen sich hinter dieser Wunsch-Aufzählung eventuell  mehrere interessante Aspekte für ArchitektInnen und Bauingenieure im ersten Drittel oder der Hälfte ihrer beruflichen Laufbahn.

 

(KTG) Herr Deucker, was hat Ihnen denn den Mut gegeben, Partner zu werden?

 

(FD) Mut ist ein gutes Stichwort, er beschreibt den eigentlichen Schritt, der auf mehreren wichtigen Grundlagen fußt: mein Vater gab mir die Grundlage für das Vertrauen in die Selbständigkeit als Architekt im ländlichen Raum, weil er mir diesen Lebensweg sehr positiv vorlebte. Eine Selbständigkeit von Null an kam allerdings für mich nicht in Frage, weil ich mich weniger mit dem Aufbau eines Start-Ups beschäftigen und lieber auf die Tätigkeit als Bauleiter konzentrieren wollte. Daher kam dann die Idee, eine Partnerschaft einzugehen. Und hierbei gilt für mich: „stimmt die Chemie, stimmt auch die Physik – also die Anziehungskraft zwischen 2 Menschen“ , d.h. ganz entscheidend für meine Unterschrift beim Notar war nach einer mehrmonatigen Vorlaufzeit als regulärer Angestellter im Büro, die sehr gute, motivierende Zusammenarbeit als Partner und Teil des Teams.


Die Aussage des Notars: „es gäbe nun keine Garantie auf ein festes Gehalt, d.h. Auszahlungen sind nur möglich, wenn Geld da ist“ zeigte mir dann allerdings auch sehr deutlich, worauf ich mich einließ. Hier liegt nun der rationale Grund, warum ich mich neben der guten Chemie für dieses Büro entschieden habe: es ist die längerfristige, sehr gute Auftragslage, die diese Sorge deutlich hinten anstellt. Auch die Gründung der PartG mbB, die die persönliche Haftung für berufliche Fehler ausschließt, war ein rationaler Schritt, der sehr für die Partnerschaft sprach.

 

(KTG) Sie haben schon Vieles kennengelernt und sind von der Bauleitung Großprojekten zur Elternschaft gewechselt, um dann schließlich selbständig zu werden: wie vereinbaren Sie konkret Ihren Wunsch, an der Familie teilzuhaben und gleichzeitig Mitinhaber zu sein?

 

(FD) Mein Elternhaus hat mir gezeigt, dass und wie das möglich ist. Ich nutze die zeitliche Flexibilität der Selbständigkeit, um einerseits Termine einzuhalten und andererseits die Familie mitzutragen. Da das Büro aktuell dank hoher Auslastung weniger an Wettbewerben teilnimmt, sind geregelte Arbeitszeiten durchaus möglich und: 2 Tage die Woche gehören uneingeschränkt der Familie und dem Kräftetanken.

 

(KTG) Leben und Arbeiten in der ländlichen geprägten Region – das entspricht so gar nicht dem gegenwärtigen Trend in Großstädten zu arbeiten;  was ist für Sie nach langen Jahren Leben im schönen Wien besonders reizvoll daran?

 

(FD) Der Reiz von  Großstädten ist natürlich unbestritten. Und Wien ist ein besonders schönes und attraktives Beispiel dafür. Letzten Endes kommt es für mich darauf an, in einer Arbeitsumgebung zu sein, die zu meiner Kultur passt: dazu zählt beispielsweise die persönlichere, menschlichere Ebene im alltäglichen Umgang mit Bauherren, den Gewerken und Mitarbeitern. Im ländlichen Raum ist häufiger eine direkte Kommunikation möglich, die viel inspirierender und schneller Lösungen möglich macht, als sich unpersönlicher hauptsächlich über rationale Bauprozesse zu verständigen. Das heißt keineswegs, dass Unverbindlichkeit regiert, sondern wir leben einen gesunden Mix aus persönlichem Umgang und Einhalten von aktuellen Baustandards.  D.h. für mich war es eher ein „Ankommen in den Projekten, denn ein Abwickeln“.  Und zurück zur Familie: in welcher Großstadt habe ich denn die Möglichkeit, für meine eigene Familie (2 kleine Kinder) ein bezahlbares, schönes Eigenheim und angemessenen Lebensraum zu finden ?

 

(KTG) Kaum angefangen, gehen Sie gemeinsam den nächsten Schritt zur Unternehmensnachfolge und suchen einen weiteren Partner/PartnerIn für den Schwerpunktbereich Werkplanung. Wie glauben Sie, dass Sie Interessenten für sich gewinnen können?

 

(FD) Das „Bonbon“ für diese Position, die nach einer Einarbeitung in eine Partnerschaft münden soll, ist wie bei mir auch die gesunde Mischung aus Selbständigkeit mit guten Verdienstmöglichkeiten bei geregelten bzw. strukturierbaren Arbeitszeiten.  Und: die Werkplanung mit LP 1-5 besteht bei uns aus 100% produktiver, planerischer Tätigkeit; Aufgaben der Spektren LP 6-9 werden von anderen Kollegen und mir wahrgenommen werden. Kreative Köpfe mit konzeptioneller Stärke können sich also gerne angesprochen fühlen. Und im Punkto Partnerschaft werden Herr Tröster und ich als Mentoren unterstützen und alle wichtigen Phasen bis zur eigenen Expertise begleiten.

 

Über mutige Anrufer freuen wir uns sehr und beantworten unter 07961 - 98 77 21 sehr gerne Ihre ersten Fragen!

 

Das Interview führte Sabine Kühne, www.ktg-vertrieb.de